Studienreise zum OPENSEA des Alfred-Wegener-Instituts auf Helgoland im November 2025
Im Rahmen eines durch die Service- und Vernetzungsstelle für Schülerforschungszentren unterstützten Gastaufenthalts hatten fünf Vertreter*innen des Netzwerks GenaU die Gelegenheit, das Schülerlabor OPENSEA des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) auf Helgoland zu besuchen. Die Teilnehmenden waren Mitarbeitende des DLR_School_Lab Berlin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie des Schülerlabors physik.begreifen des DESY Zeuthen.
Ziel des Austauschs war es, Konzepte, Strukturen und Herangehensweisen außerschulischer Lernorte, speziell Schülerlabore und Schülerforschungszentren, miteinander zu vergleichen, voneinander zu lernen und gemeinsame thematische Schwerpunkte – insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und Klimawandel – zu identifizieren.
Der Besuch diente zudem dazu, Einblicke in die organisatorische Einbettung des außerschulischen Lernorts in ein Forschungsinstitut zu gewinnen, Experimente vor Ort zu erproben und mögliche Kooperationsperspektiven zu diskutieren.
Der Gastaufenthalt begann mit einer Führung über die Insel Helgoland sowie mit Einblicken in Forschungsbereiche des AWI. Bereits hier ergaben sich fachliche Gesprächsanlässe zu Themen wie Ozeanbeobachtung, lokale Ökosysteme, Biodiversität und den Einfluss klimatischer Veränderungen auf marine Lebensräume.
Im Schülerlabor selbst erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, verschiedene Experimentierstationen kennenzulernen und exemplarisch selbst auszuprobieren.
Die dabei gewonnenen Einblicke ermöglichten einen direkten Vergleich zwischen biologisch-ökologischen Lernumgebungen wie im OPENSEA und physikalisch bzw. raumfahrtbezogenen außerschulischen Lernformaten der mitgereisten GenaU-Mitglieder. Die Bestimmung diente als Ausgangspunkte für Gespräche über Biodiversität, Risikoanalysen für Lebensräume und vielen weiteren Themen.
Obwohl die beteiligten Einrichtungen aus unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Domänen stammen – Meeresforschung, Teilchenphysik und Raumfahrt –, zeigte sich im Austausch deutlich, wie zentral Nachhaltigkeit, BNE und insbesondere der Klimawandel für alle drei Lernorte sind.
Im OPENSEA wird der Klimawandel anhand mariner Ökosysteme, Temperaturentwicklung, veränderter Artenzusammensetzungen und lokaler klimatischer Effekte unmittelbar erfahrbar. Im DESY-Schülerlabor spielen physikalische Grundlagen der Klimaforschung, Datenauswertung und Messmethoden eine Rolle. Im DLR_School_Lab Berlin sind u.a. Fernerkundung und satellitengestützte Klimabeobachtung zentrale Themen.
Durch das gemeinsame Arbeiten an biologischen Proben, durch Gespräche über Mikroplastik, Biodiversität sowie die Bedeutung der Ozeane für das globale Klima wurde deutlich, wie eng naturwissenschaftliche Disziplinen miteinander verwoben sind. Der Austausch zeigte, dass gerade die Vielfalt an Schwerpunkten den Lernenden unterschiedliche Blickwinkel auf ähnliche globale Herausforderungen eröffnet – ein wichtiger Beitrag zu BNE und Klimakompetenz.
Der Gastaufenthalt auf Helgoland wurde von allen Beteiligten als außerordentlich bereichernd wahrgenommen.
Der Austausch über Methoden, Zielgruppen, Strukturen, Technik und Programmentwicklung führte zu zahlreichen Impulsen für die eigene Arbeit und zeigte eindrucksvoll, wie gewinnbringend interdisziplinäre Vernetzung im Kontext außerschulischer Lernorte ist. Besonders hervorzuheben ist die enge fachliche Verbindung über den Themenkomplex Klimawandel, der als gemeinsamer Bezugspunkt die Vielfalt der beteiligten Einrichtungen zusammenführt.
Ein herzlicher Dank gilt der Service- und Vernetzungsstelle für Schülerforschungszentren (SFZ) und der Stiftung Jugend forscht e. V. für die Beratung und die finanzielle Unterstützung des Gastaufenthalts sowie Dr. Rebecca Ballstaedt und der Freiwilligen des OPENSEA für die intensive Betreuung vor Ort.
https://www.awi.de/arbeiten-lernen/aus-der-schule/ins-schuelerlabor/opensea-helgoland.html
https://schuelerforschungszentren.de
Bericht: Dr. Tobias Bohnhardt